Forschungsprojekte
Substrat für IR-Detektor Arrays – Entwicklung eines
Substrates für einen neuartigen Sensorchip zur integralen und ortsaufgelösten
Detektion von IR-Wärmequellen (nach dem Bolometerprinzip) im Wellenlängenbereich
von 4µm bis 7µm.
Förderung durch die Bundesrepublik
Deutschland im Rahmen des Programmes InnoWatt des Bundeswirtschaftsministeriums,
Förderkennzeichen IW060341, Laufzeit 01.03.2006 – 31.03.2008
Im Projekt
geht es um die Entwicklung eines Substrates für einen neuartigen Sensorchip zur
integralen und ortsaufgelösten Detektion von IR-Wärmequellen (nach dem
Bolometerprinzip) im Wellenlängenbereich von 4µm bis 7µm. Als neuartige Lösung
soll auf dieses eine temperatursensitive CrNi-Schicht ( Rf > 10 Ohm/sq, TK:
3800ppm/K) als Detektormaterial aufgebracht werden. Im Projekt ist hierfür eine
Subtratstruktur in Form eines Membranarrays auf Waferebene zu entwickeln. Die
Membranstruktur ist zum einen spannungsarm auszuführen und so auszulegen, dass
eine spannungsarme Ankopplung an die aufzubringende
Detektorschicht aus CrNi ermöglicht wird.
Die CrNi-Schicht kann im Vergleich zu bisher eingesetzten Bolometersensoren haftfest mit geringen Schichtdicken (150nm) aufgebracht werden und selektiv hochauflösend strukturiert werden. Damit sind Messwiderstände im Bereich von 10 KOhm auf Flächen < 0,2 mm² realisierbar. Die Hochohmigkeit der Messwiderstände ermöglicht ein leistungsminimiertes Messen.
Für solche Sensoren eröffnet sich eine Vielzahl von Anwendungen sowohl im
Kraftfahrzeug-Innenraum als auch zur Detektion von Infrarotstrahlung im Umfeld
des Kfz. Ein wichtiger Einsatzbereich ist beispielsweise in der
Automobiltechnik die Erkennung der Anwesenheit bzw. der Sitzposition von
Insassen in Kraftfahrzeugen, um gegebenenfalls den Airbag abschalten zu
können.
Eine wichtige Randbedingung
resultiert aus der Forderung, dass die Herstellung der Thermosensoren in einer
auf die Produktion von Si-basierten MEMS und Dünnschichtstrukturen
ausgerichteten Fertigungsumgebung durchgeführt werden muss. Entsprechend ergeben
sich Anforderungen an die Kompatibilität der Materialien sowie der
Fertigungsprozesse zur Siliziumprozesierung.
Sensoren für den Hochtemperatureinsatz – Entwicklung von
Häusungstechniken für Mikrosensoren und Mikrosysteme mittels Weichlöten und
Lotauftrag mittels Kaltgasspritzen, Verbundpartner: ifw GmbH, Siegert TFT GmbH,
Microhybrid electronic GmbH, Zentrum für Material- und Umwelttechnik GmbH ZMU /
Freiberg
Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des
Programmes ProInno des Bundeswirtschaftsministeriums, Förderkennzeichen KF
0131704 WM5, Laufzeit 01.03.2006 – 31.03.2008
Ziel des geplanten
Projektvorhabens ist die Entwicklung neuer hochtemperaturstabiler Sensoren,
wobei das Novum in der Herstellung der hermetisch dichten, duktilen und
hochtemperaturfesten (Einsatztemperaturen von -40°C bis 200°C) Fügeverbindungen
zur hermetischen Häusung (Keramik mit Keramik oder Metall mit Silizium)
mikroelektronischer bzw. mikrotechnischer Baugruppen besteht. Als
Verfahren wird das Weichlöten favorisiert. Zum einen werden damit gegenüber z.
B. dem Kleben wesentlich stabilere Fügeverbindungen bzgl. Temperaturfestigkeit
und Hermetizität erzielt. Zum anderen ist die Belastung der empfindlichen
Bauteile (z. B. Si-Sensoren) durch die Prozesstemperatur unkritisch gegenüber z.
B. Hartlöten oder Löten mit Glasloten. Der innovative Kern des Projektvorhabens
ist die Anwendung des Kaltgasspritzens zum Auftrag bleifreier Lote und die dazu
abgestimmte Entwicklung der Metallisierungsschichten, der
Lötverfahrenstechnik und die Anpassung der Anlagentechnik.
Anwendungen
sind Einhausungen und das Packaging für Mikrosensoren und Mikrosysteme, welche
extremen Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind. Hierzu gehören
Temperaturbelastungen, Verschmutzungen, Ölnebel, Staub, Feuchtigkeit,
elektrische Einstreuungen und mechanische Belastungen. Mikrosysteme besitzen
oftmals empfindliche Bauteile, welche diesen Bedingungen
nicht standhalten. Dadurch ergeben sich zum Teil konträre Forderungen,
welche nur durch ein geeignetes Packaging zu bewältigen sind. Zum einen müssen
die Gehäuse als Schnittstelle zur Umwelt den erhöhten Anforderungen standhalten
und die sensiblen Bauteile schützen. Andererseits sind aber die
Fertigungsverfahren, insbesondere zum Verschluss der Gehäuse, so auszulegen,
dass die empfindlichen Bauteile während des Fertigungsprozesses nicht beschädigt
oder gar zerstört werden.
Entwicklung einer Anodisch gebondeten, keramischen
Druckmesszelle auf piezoelektrischer Basis,Substratmaterial: LTCC-Keramik,
Sensorelement: Si
Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland im
Rahmen des Programmes InnoWatt des Bundeswirtschaftsministeriums,
Förderkennzeichen IW060340, Laufzeit 01.01.2006 – 28.02.2008
Ziel des
Projektvorhabens ist die Entwicklung einer neuartigen Druckmesszelle aus
LTCC-Keramik als Substratmaterial und einem sensitiven Element aus Silizium. Die
innovative Lösung besteht darin, dass das Keramiksubstrat mit dem Si-Chip ohne
Zwischenschichten Anodisch gebondet wird. Bei bisherigen Lösungen wurde die
Verbindung durch Kleben hergestellt oder ebenfalls durch Anodisches Bonden,
allerdings unter Verwendung von Glas als Detektormaterial. Die neue Lösung
gestattet die Verbindung der Vorteile des Werkstoffes Glaskeramik mit den
Vorteilen Anodisch gebondeter Verbindungen. Die Messzelle soll vor allem
beständig gegenüber bestimmten aggressiven Medien (Säuren, Laugen) sein.
Anwendungen ergeben sich vor allem im Bereich der chemischen Industrie, des
Rohrleitungs- und Dampfkesselbaus, aber auch im Bereich der Bio- Technik. Das
Anodische Bonden von LTCC-Keramik mit Silizium wurde bereits in anderen Projekten erfolgreich entwickelt und
erprobt.
Entwicklung Mikromechanischer Beschleunigungsschalter
zur Stoßdetektion (Schaltschwelle > 500g)
Förderung
durch die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Programmes InnoWatt des
Bundeswirtschaftsministeriums, Förderkennzeichen IW060071, Laufzeit 01.03.2006 –
31.03.2008
Ziel des Projektvorhabens ist die Entwicklung von
langzeitbeständigen, mikrotechnischen Beschleunigungsschaltern zur Detektion
hoher Beschleunigungswerte (mehrere 100 g), welche bei Überschreitung eines
Schwellwertes der Beschleunigung einen elektrischen Kontakt auslösen.
Anwendungen für solche Beschleunigungsschalter sind z.B. Aufgaben der
Stoßdetektion im Bereich der Transportüberwachung sowie bei der Motor- und
Getriebeüberwachung. Durch einen extrem geringen Stromverbrauch (praktisch nur bei
Schaltvorgängen) soll der Einsatz in energieautarken Anwendungen ,
wie z. B. Datenloggern, ermöglicht werden.
Mikrostrukturierte und anodisch bondbare Glaskeramiken
für optische und sensorische Anwendungen – Entwicklung und erfolgreicher Test
eines Verfahrens zum Anodischen Bonden von Glas mit Silizium ohne
Zwischenschichten (neu) Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland,
Förderkennzeichen 03WKF01F, Laufzeit 30.09.2001 – 31.12.2003
Das Anodische
Bonden von Glaskeramik mit Silizium wurde im Rahmen des vom
BMBF geförderten Verbundprojektes MABOGOS - Mikrostrukturierte und anodisch bondbare Glaskeramiken für optische
und sensorische Anwendungen - entwickelt und erfolgreich getestet. Neu ist
hierbei die Werkstoffpaarung Glaskeramik und Silizium. Diese Werkstoffpaarung
eröffnet in Verbindung mit der Fügetechnologie Anodisches Bonden eine
Reihe neuer Anwendungen im Bereich der Mikrosystemtechnik und Mikrosensorik vor
allem dort, wo es um höhere Temperaturbelastbarkeiten und chemische Beanspruchungen
geht und z.B. das Kleben als Fügeverfahren ungeeignet ist. Anwendungen wurden z.B. im
Bereich Beschleunigungssensorik bearbeitet. Weitere Anwendungen im
Sensorikbereich (z. B. Drucksensorik) werden durch Folgeprojekte erschlossen.
Löten mikrooptischer und optoelektronischer Komponenten,
Teilprojekt ifw: Weichlöttechniken für optoelektronische und optische
Komponenten, Förderung durch das Land Thüringen, Förderkennzeichen B 409-01003,
Laufzeit 01.07.01 – 30.06.03
Im
Projekt LOMO konnte das Weichlöten als geeignetes Verfahren zum Einhausen und
zum Fügen von Komponenten der Mikrooptik und Mikrosensorik, welche höheren
Temperaturbeanspruchungen ausgesetzt sind, qualifiziert werden. Am ifw wurden
dabei Technologien zum flussmittelfreien Weichlöten unter Gasatmosphäre und
Vakuum entwickelt. Die konträren Forderungen nach Flussmittelfreiheit und
Bleifreiheit einerseits und nach Vakuum- und hoher Temperaturbeständigkeit
andererseits stellten einen hohen Anspruch an die Verfahrensentwicklung dar.
Dieser Anspruch konnte durch intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
im Rahmen des bearbeiteten Projektes und mit Hilfe der angeschafften Technik mit
hoher Effizienz erfüllt werden. Das geschaffene Know-how auf dem Gebiet des Weichlötens
eröffnet dem ifw zahlreiche Möglichkeiten für Dienstleistungsangebote und die
Vermarktung der entwickelten Technologien und bildet darüber hinaus die Basis für
weitere Forschungsaktivitäten mit Kooperationspartnern.
Produktionstechniken für Mikrosensensoren und ihre
Integration in elektronische Systeme, Förderung durch die Bundesrepublik
Deutschland, Förderkennzeichen ?! 2309, Laufzeit 01.07.2000 –
30.09.2002
Von herausragender Bedeutung für
das ifw und den Bereich Mikrotechnik war das internationale Verbundprojekt
EUREKA FACTORY PAMIS: Produktionstechniken für Mikrosensensoren und ihre
Integration in elektronische Systeme. Das ifw fungierte hierbei, vertreten durch
den Bereich Mikrotechnik, als Leiter und Koordinator eines Konsortiums von 17
europäischen Partnern einschließlich Russland. Das Projekt wurde von 1999 bis
2002 bearbeitet und erfolgreich abgeschlossen. Im Projekt konnte gezeigt werden,
dass durch eine europäische Kooperation die Fertigung von Mikrosensoren in
kleinen und mittleren Stückzahlen wirtschaftlich möglich ist und internationale
Wertschöpfungsketten zu einer Effizienzsteigerung bei der Entwicklung,
Herstellung und
Vermarktung von Produkten der
Mikrosensorik beitragen können. Demonstriert wurde dies an Produkten am Projekt
beteiligter Partner. Produktbeispiele waren unter anderem
Beschleunigungssensoren, Stromsensoren, Dehnungssensoren und
Drucksensoren.
Das ifw konnte bei der Bearbeitung des Projektes
PAMIS seine Kompetenzen im Bereich der Beschleunigungssensorfertigung und auf dem
Gebiet der internationalen Zusammenarbeit wesentlich stärken. Nicht zuletzt konnte
eine Reihe neuer Kooperationsbeziehungen aufgebaut und weiterentwickelt werden.